?Die? Cloud gibt es nicht

Gepostet am Jun 13, 2015

Angesichts der vielfältigen Möglichkeiten für Services aus der Cloud, müssen Unternehmen immer zuerst individuell prüfen, welche ?Wolken?-Lösung in Frage kommt.

Vor dem Hintergrund von Datensicherheits- und Compliance-Bedenken diskutieren Entscheider in deutschen Unternehmen lebhaft die Vor- und Nachteile der Cloud. Doch vage Befürchtungen und der ebenso vage Begriff ?Cloud? versperren häufig den Blick auf das Wesentliche: Man sieht, um ein bekanntes Sprichwort zu variieren, die Cloud vor lauter Wolken nicht.

Es geht nicht um eine pauschale Entscheidung für oder gegen ?die Cloud?. Vielmehr umfasst das Cloud Computing zahlreiche Facetten, die je nach Unternehmensanforderungen, Branche und Use-Case mal mehr und mal weniger nützlich sein können, um den Geschäftsbetrieb effizient zu unterstützen und alle Informationssicherheits- und Compliance-Anforderungen zu berücksichtigen.

Artenreichtum

Das Spektrum des Cloud Computings reicht von dynamisch auf Abruf verfügbarer Rechenpower über Entwicklungsplattformen bis hin zu Softwarelösungen, die jeweils ?as a Service? bereitgestellt werden. Hinzu gesellen sich aufgabenspezifische Varianten wie zum Beispiel Ausweichrechenzentren, selbst der Bezug kompletter Geschäftsprozesse aus der Cloud ist möglich. Zudem kann ein Unternehmen heute stationäre wie auch mobile Arbeitsumgebungen per Cloud beziehen.

In manchen Fällen liegt die Nutzung eines Cloud-Services so nahe, dass man nicht weiter darüber nachdenken muss. Das cloud-basierte Video-Conferencing ist solch ein Fall: Für die meisten Unternehmen ist es heute ebenso wenig sinnvoll, eine hauseigene Videokonferenzlösung zu unterhalten, wie den Anrufbeantworter für die unternehmenseigenen Smartphones selbst zu betreiben. Das Hosting der Konferenzen übernehmen spezialisierte Dienstleister, die alles Benötigte per Mausklick liefern, sodass sich Investitionen in lokale Hardware und Software erübrigen.

Jedem ?seine? Cloud

Die Frage hingegen, ob die Bereitstellung IT-basierter Arbeitsumgebungen besser lokal oder aus der Cloud heraus erfolgen sollte, lässt sich nicht so einfach beantworten: Mal benötigt die IT die granulare Kontrolle über komplexe unternehmenskritische Workstations und setzt deshalb auf eine im Haus betriebene Desktop-Virtualisierung; mal geht es darum, saisonbedingt hochgradig standardisierte Call-Center-Arbeitsplätze möglichst schnell skalieren zu können. Hier liegt dann der Bezug von Workspaces aus der Cloud nahe, um temporäre Lastspitzen abzufangen und die interne IT nicht rund ums Jahr auf Höchstlast auslegen zu müssen.

In anderen Fällen wiederum sind es Compliance-Bedenken, die sich der Nutzung von Cloud-Services in den Weg stellen. So würden heute wohl die meisten Endanwender in den Unternehmen sofort bequeme File Sharing-Angebote wie Dropbox oder Google Drive nutzen, würde nicht die IT-Abteilung Bedenken bezüglich Sicherheit und Compliance geltend machen. Zum Glück gibt es hier inzwischen den goldenen Mittelweg: Unternehmensorientierte Filesharing-Angebote vereinen eine Consumer-gerechte Bedienung mit umfassender Kontrolle und Datensicherheit. Lösungen wie zum Beispiel Citrix ShareFile erlauben es der IT, detailliert vorzugeben, wer welche Datenbestände wo ablegen darf ? und sie ermöglichen es, die Nutzung auf unternehmenseigene beziehungsweise von der IT verwaltete Shares zu begrenzen.

Es ist hilfreich, den Blick nicht verallgemeinernd auf ?die Cloud?, sondern auf deren mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten zu lenken, um aus dieser Vielfalt genau jene Services herauszupicken, die den eigenen Geschäftsanforderungen entsprechen. Denn die Cloud-Welt ist nicht schwarzweiß, sondern voller Grautöne.

Dirk Pfefferle, Citrix.
Dirk Pfefferle, Citrix. (Bild: Citrix)

* Der Autor Dirk Pfefferle ist Area Vice President Central & Eastern Europe bei Citrix Systems.

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